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Närrische Karrieren im LCC

Lebuser Faschings-Dynastien haben den ältesten Carnevalverein der Region am Leben erhalten

 

Heute "Mon Général": Der Chef der LCC-Garde, der Lebuser Dolf Tillack, begann seine närrische Karriere einst als Knastwart. © Foto: Johann Müller

Ines Weber-Rath / 07.02.2018, 21:00 Uhr

Lebus (MOZ) Am Wochenende und Rosenmontag bestreiten die Jecken aus dem Lebuser Carneval Club (LCC) das Finale der Saison 2017/18. Danach gehen die Mitglieder des ältesten Carnevalvereins der Region an die Vorbereitung ihres großen Jubiläums - der LCC wird 50. Ganze Familien sind mit ihm älter geworden, viele Narren haben im Verein Karriere gemacht.


 

"Meine Mutter Ilona hat mich als Vierjährige mitgenommen, wenn sie als Funke trainierte", erinnert sich Diana Borck. Die heute 28-Jährige fing damals als Mini-Funke im LCC an. Sie tanzt noch immer als Funke, trainiert das Jugendballett - und hat Töchterchen Tamara (1,5) dabei.

Die Borcks sind nur eine der Faschings-begeisterten Lebuser Familien, von denen der LCC lebt. Bei den Scheuners ist Tochter Anke (heute Ehrich) in die Fußstapfen von Vater Reinhard getreten, der als "Rucksack-Lebuser" Jahrzehnte lang in der Bütt stand. "Die Rollen müssen sich dem Alter anpassen", sagt die heute 53-Jährige, deren LCC-Laufbahn 1977 im Jugendballett begann, die später als Funke und "Fee des Feuers" tanzte, bevor sie vor sieben Jahren die Verantwortung für die Organisation des legendären Lebuser Rosenmontag der Weiber übernahm.

 

Rischkowskis sind eine weitere Lebuser Faschings-Dynastie. In Düsseldorf geboren, müsse sie wohl den Faschingsvirus im Rheinwasser geschluckt haben, sagt Heidi Rischkowski. Im Lebuser Ortsteil Wüste Kunersdorf aufgewachsen, ist sie seit 1978 LCC-Mitglied. Ihre Karriere im Verein begann als Tambur-Major, ging übers Funken- und Damen-Ballett. Nach zehn Jahren närrischem Exil in Neuhardenberg heimgekehrt, ging die heute 60-Jährige in die LCC-Bütt. "Meine Themenquelle ist der Alltag, nicht die Politik", sagt Heidi Rischkowski, die in diesem Jahr in der Bütt ihre Zeit als italienische Gastarbeiterin in einer deutschen Pizzeria Revue passieren lässt.

Tochter Anja (37) ist seit dem 8. Lebensjahr im Carneval Club tanzend an ihrer Seite - und heute die Chef-LC-Tesse, also Leiterin der Frauentanzgruppe. "Für uns gehört der Karneval zum Leben", sagt die Rechtspflegerin am Frankfurter Amtsgericht, die die närrische Karriereleiter auch als eine von zwei Vize-Präsidentinnen des LCC erklommen hat - gemeinsam mit Anke Ehrich.

Denn im Frühjahr 2015 fand an der Spitze des Lebuser Traditionsvereins ein Generationswechsel statt: Der langjährige Präsident Klaus-Dieter Dölves und seine Stellvertreterin Petra Seelig (beide 62) überließen Jüngeren das Ruder. Der neue Präsident Gilbert Beck ist 38 Jahre jung. Und entstammt, ebenso wie Klaus-Dieter Dölves, der jetzt als Sitzungspräsident die Faschingsveranstaltungen moderiert, einer LCC-Familie. Dölves' Mutter Edith (84) hat einst den LCC-Fundus gehütet.

Den "Job" hat Bärbel Pohl vor zehn Jahren übernommen. Die aktuell 57 LCC-Mitglieder im Alter zwischen 13 und 84 Jahren profitieren vor allem von den Nähkünsten der 67-jährigen Lebuserin. Auf rund 1000 Teile schätzt Bärbel Pohl den Bestand im Fundus. Rund 800 davon sind inzwischen in der online-Datenbank des Vereins erfasst, die seit dem Vorjahr "gefüttert" wird. Aus dem Fundus bedienen sich auch Petra Seelig und ihre Helferinnen, die für die Dekoration des Saals zuständig sind.

Ihre Uniformen haben die Minister, Funken, Gardisten und anderen Würdenträger des Lebuser Carneval Clubs indes zu Hause "am Mann" oder an der Frau. Auch Dolf Tillack, den das närrische Volk "Mon Général" nennt. Denn der 38-jährige selbstständige Elektriker ist der Chef der LCC-Garde. In einer LCC-Familie groß geworden und seit 1999 Mitglied im Verein, hat er es vom Knastwart über den Gardisten zum General gebracht. Im MilJahr 2000 war Tillack LCC-Prinz.

Die Ober-Jecken aus dem Lebuser Carneval Club dürfen davon ausgehen, dass der große Saal des Kulturhauses der Oderstadt auch an diesem Wochenende - und erst recht am beliebten Rosenmontag der Weiber, dem einzigen in der Region - wieder voll besetzt sein wird.

"Nach einer Flaute um die Wende herum haben wir seit Jahren keine Publikums-Sorgen mehr", sagt Petra Seelig. Die Lebuserin hatte den Verein über die Wende-Wirren gebracht, indem sie die Präsidentschaft und Veranstaltungsorganisation übernahm. Sie ist seit 1970, also seit 48 Jahren, Mitglied im LCC.